Natur- und Vogelschutzverein "Wasseramsel" Innerschwyz

 

 

Mauersegler-Logo als Banner. Zeichnerin: Doris Amstutz

Erhebung der Mauersegler-Nistplätze in der Gemeinde Schwyz

Mauersegler sind in der Schweiz verbreitete Brutvögel. Obwohl der landesweite Bestand auf 40000-60000 Paare geschätzt wird, gilt die Art als „potenziell gefährdet“. Dies ist damit zu erklären, dass sich die meisten Brutpaare heute in Siedlungen fortpflanzen. Als Brutplätze werden Nischen an Gebäuden besiedelt, die in den letzten Jahren wegen Abbruch und Ersatz durch Neubauten, Gebäudesanierung und zunehmender Wärmedämmung in grosser Zahl und meist unbemerkt verschwunden sind.

Mauersegler-Kurzportrait

Der Mauersegler ist ein faszinierender Vogel. Sein dunkles Gefieder mit dem kleinen hellen Kehlfleck ist zwar wenig augenfällig, seine Lebensweise lässt jedoch staunen! Der Mauersegler verbringt fast sein ganzes Leben in der Luft. Nur an seinem Nistplatz bekommt er für kurze Zeit wieder Bodenkontakt. Nahrungserwerb (Fluginsekten, Spinnen), Sammeln von Nistmaterial, Wasseraufnahme, Gefiederpflege, Schlaf und selbst die Begattung erfolgen im Flug.

Sein gesamter Körperbau mit dem aerodynamischen Rumpf und den langen, schmalen Flügeln ist ganz besonders auf das Fliegen ausgerichtet. Er ist ca. 17 cm lang, seine Flügelspannweite beträgt etwa 45 cm und sein Gewicht je nach Nahrungszustand 31-57g.

Nur die drei Sommermonate von Mai bis Juli verbringt er in unseren Breitengraden und unterstreicht mit seinen hohen Rufen und seinem rasanten, wendigen Flug zwischen den Häusern unsere sommerlichen Gefühle.

Er ist extrem ortstreu und sucht darum nach der Ankunft aus dem südlichen Afrika den gleichen Nistplatz wie im Vorjahr auf. Solche Nistplätze befinden sich meist in mehreren Metern Höhe unter dem Dach oder in Mauernischen. Mauersegler sind gesellig und brüten gerne in Kolonien.

Nach erfolgreicher Brut verlassen die Jungvögel mit dem ersten Flug ihr Nest für immer und verbringen vom ersten Tag an ihr Leben vorwiegend in der Luft.

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Wozu unser Monitoring?

Nachdem einige auffällige Kolonien verschwunden sind, scheint es uns notwendig, die Neststandorte der Mauersegler in der Gemeinde Schwyz zu kennen, um einen weiteren Rückgang zu stoppen, den Bestand zu erhalten oder gar zu stärken. Es darf nicht passieren, dass diese Sommergäste unbemerkt einfach verschwinden!

Wie haben wir gezählt?

Rund dreissig Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Wasseramsel Innerschwyz haben in den Jahren 2017 und 2018 während jeweils mindestens zwei Wochen nach Mauersegleraktivitäten und Nistplätzen an den Gebäuden in einem ihnen zugeteilten Gebiet gesucht.

Zwischen dem 1. und 15. Juli, wenn die Fütterungszeit der Jungvögel in vollem Gang ist und unverpaarte Segler um die Häuser sausen, ist die Möglichkeit der erfolgreichen Feststellung am besten gegeben. Die Mauersegler fliegen dann bei ihren gemeinsamen Flugspielen laut rufend (screaming parties) ganz nahe an den besetzten Nestern vorbei. Manchmal sind auch entsprechende Antwortrufe aus den Nestern zu hören. Das gibt Hinweise auf die Standorte. Erschwerend für die Suche ist allerdings, dass es in der Natur der Vögel liegt, dass sie einige Minuten anwesend sind und plötzlich wieder zusammen hoch aufsteigen und lange Zeit nicht mehr zu sehen sind.

Rechtzeitig am richtigen Ort zu sein, ist für den Beobachter nicht immer leicht. Landet ein fütternder Altvogel am Nesteingang, ist er meist unglaublich schnell in der Höhle verschwunden. Solche Einflüge zu sehen, erfordert viel Geduld, Glück und ein gutes Auge.

Im ersten Jahr 2017 stand im Vordergrund, die besiedelten Gebäude von Seewen, Schwyz, Ibach und Rickenbach zu erfassen, ohne besonders auf die Anzahl der Nistplätze zu achten. Im zweiten Jahr 2018 waren durch die Vorarbeit die meisten Standorte bekannt. Nun sollten aber durch genaueres und längeres Beobachten diese Vorkommen bestätigt und die Anzahl der Brutpaare festgestellt werden.

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Resultate unseres Monitorings

Foto von Victorinox-Gebäude in Schwyz

Ein Beispiel mit vielen natürlichen Nistplätzen: Das Gebäude der Victorinox AG an der Schützenstrasse 91. Foto: Doris Amstutz.

Dank dem grossen Einsatz der vielen Mitarbeiter konnten 2018 an 116 Gebäuden mindestens 409 sichere Brutplätze bestätigt werden. Einige Nistplätze waren in beiden Jahren besetzt, andere wurden erst im zweiten Jahr entdeckt und weitere konnten nicht mehr bestätigt werden. Durch die vorgängig beschriebene Problematik bei Mauersegleraufnahmen und die ungenaueren Vorgaben im ersten Bearbeitungsjahr lassen sich die Resultate von 2017 und 2018 nicht eindeutig vergleichen. Insgesamt haben die Mauersegler in 145 Gebäuden wenigstens in einem der beiden Jahre Unterschlupf gefunden.

Besonders erfreulich sind die 10 Kolonien mit mehr als 10 Brutpaaren am gleichen Gebäude. Es ist wichtig, ein Augenmerk auf diese grossen Vorkommen zu halten. Aber ebenso notwendig ist der Erhalt jedes einzelnen Brutplatzes.

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Ziele

Die Vorkommen der Mauersegler in Schwyz, Seewen, Ibach und Rickenbach sind unbedingt zu erhalten und möglichst zu vermehren!

  • Höhlen, Nischen und Zugänge zu den Brutplätzen unverändert offen lassen.
  • Ersatz anbieten, wo eine Dach- oder Fassadensanierung, ein Um- oder Neubau des Gebäudes bevorsteht (möglichst an gleicher Stelle).
  • Bestehende Mauerseglervorkommen mit zusätzlichen Nisthilfen ausbauen, denn in der Nähe von erfolgreichen Brutpaaren nehmen Erstbrüter und Umsiedler neue Angebote am besten an (neue Plätze schaffen mit speziellen Nistkästen, Bausteinen, Dachziegeln oder anderen "baulich erstellten" Nischen).
  • Der NVV Wasseramsel stellt Nistkasten gratis zur Verfügung.

Gemeinsam können wir den Mauerseglern unter die Flügel greifen!

Bei Fragen und Unterstützungswünschen steht der NVV Wasseramsel Innerschwyz nach Möglichkeit gerne zur Verfügung.

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