Natur- und Vogelschutzverein "Wasseramsel" Innerschwyz

Rückblick: Mehlschwalbentag 2014


pdf-Symbol für download des Artikels "Schützenswerte Kolonien in Küssnacht", Bericht im "Freier Schweizer" über die Schwalbensuche in Küssnacht (PDF)

 

Foto einer kleinen Mehlschwalbenkoloniemit ca. 5 Nestern

Nester einer kleinen Mehlschwalben-Kolonie an einem Stall in Schwyz (Foto: Richard Amstutz)

 

Ein Mehlschwalbenpaar prüft und bespricht einen mögliche

Fachsimpelndes Mehlschwalbenpaar an einem möglichen Neststandort in Ried-Muotatal (Foto: Doris Amstutz).

 

Resultate der Mehlschwalbenzählung:

Küssnacht / Immensee: 9 Orte, 59 Nester, 20 besetzt
Arth: 3 Orte, 13 Nester, 10 besetzt
Lauerz: 1 Ort 10 Nester, 0 besetzt
Sattel: 1 Ort, 45 Nester, 37 besetzt
Schwyz: 2 Orte, 41 Nester, 29 besetzt
Ibach: 2 Orte, 17 Nester, 6 besetzt
Muotathal: 18 Orte, 48 Nester, 16 besetzt

 

Somit sind 26 Orte gefunden worden mit 233 Nestern, davon waren 118 besetzt. Die Zahlen beziehen sich auf die Routen, welche die Gruppen in den verschiedenen Gebieten und Ortschaften abgelaufen sind. Natürlich war ein Vormittag von ca. 3 Stunden zu kurz für eine flächendeckende Erhebung.

Mehlschwalbentag Innerschwyz

Der Mehlschwalbenbestand nimmt in der Schweiz stetig ab. Die Vögel finden vielerorts kaum mehr geeignete Nistplätze und gutes Nestbaumaterial. Wie geht es den Mehlschwalben in unserem Vereinsgebiet in Innerschwyz? Wir machten uns auf die Suche.

Bericht von Doris Amstutz

Am sonnigen Samstagmorgen (28. Juni 2014) trafen sich in Schwyz einige Mitglieder des Natur- und Vogelschutzverein Wasseramsel, die sich zum Ziel gesetzt hatten, im innerschwyzer Vereinsgebiet nach Nistplätzen von Mehlschwalben sowie von Mauerseglern und Rauchschwalben zu suchen und die Vorkommen zu zählen. Die Resultate möchte man in den neuen Brutvogelatlas 2013-16 der Schweizerischen Vogelwarte einfliessen lassen.

Nach der Begrüssung und einigen Informationen durch den Vereinspräsidenten Martin Hess teilten wir uns in Gruppen auf, um möglichst weiträumig abzusuchen. So wurden Schwyz, Ibach, Muotathal, Steinen, Immensee und Küssnacht genauer unter die Lupe genommen. Die vorgängig eingegangenen Meldungen aus der Bevölkerung boten uns nützliche Hinweise auf mögliche Standorte, die es zu überprüfen galt.

So machten wir uns also auf den Weg und suchten die Gebäude nach ein- und ausfliegenden Schwalben und Seglern ab. Vielleicht haben sich einige Bewohner der Region gewundert, warum wir wohl mit unseren Ferngläser um ihre Häuser streichen. Nun, die gesuchten Vogelarten haben sich vor allem in der Nähe der Menschen angesiedelt. Die koloniebrütenden Mehlschwalben mit ihren weissen Unterseiten und Bürzeln bauen ihre halbkugeligen, geschlossenen Lehmnester gerne im Winkel von Fassade und Dachvorsprung. Auch die sausenden Mauersegler schlüpfen für ihr Brutgeschäft vorzugsweise durch Mauerritzen oder andere Öffnungen in grosser Höhe unter dem Dach. Rauchschwalben mit ihren langen Schwanzspiessen schätzen das angenehme Klima in Ställen und bauen ihre Nester dort unter der Decke. Das war also der Grund für unsere genauen Blicke in den Siedlungen.

Leider haben diese Vogelarten zunehmend Mühe, geeignete Nistplätze zu finden. Glatte Fassaden, verschlossene Dachunterseiten und mangelnde offene Böden stellen sie vor grosse Probleme. Es braucht zudem die Toleranz und Unterstützung der Menschen, die Nähe und Lebensweise dieser Vögel zu dulden.

Es war also für uns eine grosse Freude, wenn wir auf einer unserer Touren auf eine seltene Mehlschwalbenkolonie stiessen und die fleissigen Insektenfresser beim Füttern ihrer Jungen beobachten konnten. (Bild)

Die zweiten Koloniebrüter, die Mauersegler, zeigten sich uns meist als pfeifende Schnellflieger, die ihre Nistplätze weniger häufig aufsuchten. Das Zählen dieser Art ist etwas schwieriger.

Eine spezielle Beobachtung mit vier soeben ausgeflogenen Rauchschwalben, die ruhig auf einem Gartenzaun sassen, bei jedem Anflug ihrer Eltern laut bettelten und ihre Schnäbel in die richtige Richtung streckten, bleibt uns sicher in liebster Erinnerung.

Diese Vögel im Siedlungsraum haben uns einen wunderbaren Halbtag verschafft und der Erfahrungsaustausch beim anschliessenden Treffen im Restaurant hat den Anlass fröhlich abgerundet.

Der NVSV Wasseramsel ist weiterhin daran interessiert, wenn Sie Angaben zu grösseren Nest-Standorten der genannten Vogelarten machen können!

 

Weitere Anlässe im Rückblick:

Pflege- und Putzeinsatz in Küssnacht

Am Samstagmorgen, den 9. August 2014
Weitere Infos >>

 

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